S-21

COURAGE - ISSAM HILFT! 

Stuttgart 21 - Schwarzer Donnerstag 

COURAGE - ISSAM HILFT! 

Stuttgart 21 - Schwarzer Donnerstag 

Issam mit Megaphon, Sonnenbrille, Strohhut und CS-Gas aus der WaWe - Stuttgarter Zeitung

Protestfahrkarte für den Sonderzug nach Berlin

Issam A.-Karim in Berlin-Potsdamer Platz, Stern 2010

30.09.2010: Ausnahmesituation im mittleren Schlossgarten - Issam A.-Karim erinnert sich!

Im kleinen Café vor der Kunstakademie war Hochbetrieb und der Chef selbst stand hinterm Tresen und kreierte den leckersten Cappuccino der Stadt. Als plötzlich ihn ein Anruf erreichte, er sollte sofort in den Schlossgarten kommen. Die Baumrodung stehe kurz bevor und es gäbe massive Proteste. "Ich packte meine Rad-Rennbrille, Strohhut und ein Megaphon ein und eilte in den Schlossgarten", so Issam A.-Karim. 

Mit Freunden hatte er für diesen Tag vereinbart, dass er nachkomme, wenn es nötig ist. Er lief vorbei an einer großen Menschenmenge, die durch martialisch ausgerüsteten Polizisten eingezäunt standen. Ein Freundlicher Polizist wies ihn an die Front des Protestes, wo riesige Wasserwerfer standen. Dicht davor saßen Schüler, Eltern und Lehrer. Sie wurden einer nach dem anderen weggetragen. Auch Issam A.-Karim wurde weggetragen und folgte den anderen zurück an die Front.

"Wo bitte geht es hier zur Demo?"

Ein Polizist holte ohne Vorwarnung aus und trifft einen jungen Mann mitten ins Gesicht. Der verletzte Mann stand direkt vor ihm und sackte sofort zusammen. "Ich packte ihn auf meine Schultern und brachte ihn zu einer Gruppe von Ersthelfern, die neben einem Restaurant Verletzte versorgten", erinnert sich Issam A.-Karim und kehrte zurück an die Front. 

Der Wasserwerfer war im Einsatz und jemand hatte Plastikplanen über die Protestler gespannt. Auch Issam A.-Karim war darunter und machte eine Ansage durch sein mitgebrachtes Megaphon und wurde von einem Wasserwerfer getroffen. Panik brach aus und er half weiter, Verletzte und vor allem Ältere Personen aus dem Chaos hinaus zu bringen.

"Für mich war es wichtig, dass die Bürger in Stuttgart über eine Volksabstimmung selbst darüber entscheiden"

Mit vereinten Kräften wurden Tische und Stühle aus dem weg geräumt, die eine Blockade für die in Panik geratene Menschenmenge darstellten. Der Einsatz von CS-Gas hatte viele Menschen getroffen. Mit brennenden Augen irrten Menschen herum, auch Ältere und Schüler waren dabei. Auch hier half er mit, Wasser zu besorgen um die gereizten Augen der verletzten auszuwaschen. 

Dann kletterte er auf einen der freigegebenen und zu fällenden Bäumen hinauf. Sitzend beobachtete er, wie nach Mitternacht Baum für Baum unter dem Protest der Parkschützer und Gegner von S-21 mit großen Maschinen, geschützt von hunderten Polizisten gefällt und gleich gehäckselt wurden. Als einer der letzten Baumbesetzer wurde Issam A.-Karim in den Morgenstunden vom Baum geholt. 

Total durchnässt, übermüdet und am ganzen Körper brennend schleppte er sich nach Hause. "Das war wie im Krieg und völlig unangemessen", erinnert sich Issam A.-Karim.

"Mit Zivilcourage im Sonderzug nach Berlin"

Gemeinsam mit 600 Projektgegnern fuhr Issam A.-Karim am 25. Oktober 2010 mit dem Protest-Kultur-Sonderzug zur Großkundgebung nach Berlin. Mit Pauken und Trompeten, Gesang und Aktionen wurde der Protest nach Berlin getragen. "Hunderte Unterstützer aus der Hauptstadt empfingen uns damals", sagte Issam A.-Karim.



Issam mit Megaphon, Sonnenbrille, Strohhut und CS-Gas aus der WaWe - Stuttgarter Zeitung

Protestfahrkarte für den Sonderzug nach Berlin

Issam A.-Karim in Berlin-Potsdamer Platz, Stern 2010

30.09.2010: Ausnahmesituation im mittleren Schlossgarten - Issam A.-Karim erinnert sich!

Im kleinen  Café vor der Kunstakademie ist Hochbetrieb und der Chef selbst steht hinterm Tresen und kreierte den leckersten Cappuccino der Stadt. Als plötzlich ihn ein Anruf erreichte, er sollte sofort in den Schlossgarten kommen. Die Baumrodung stehe kurz bevor und es gäbe massive Proteste. "Ich packte meine Rad-Rennbrille, Strohhut und ein Megaphon ein und eilte in den Schlossgarten", so Issam A.-Karim. 

Mit Freunden hatte er für diesen Tag vereinbart, dass er nachkomme, wenn es nötig ist. Er lief vorbei an einer großen Menschenmenge, die durch martialisch ausgerüsteten Polizisten eingezäunt standen. Ein Freundlicher Polizist wies ihn an die Front des Protestes, wo riesige Wasserwerfer standen. Dicht davor saßen Schüler, Eltern und Lehrer. Sie wurden einer nach dem anderen weggetragen. Auch Issam A.-Karim wurde weggetragen und folgte den anderen zurück an die Front.

"Wo bitte geht es hier zur Demo?"

Ein Polizist holte ohne Vorwarnung aus und trifft einen jungen Mann mitten ins Gesicht. Der verletzte Mann stand direkt vor ihm und sackte sofort zusammen. "Ich packte ihn auf meine Schultern und brachte ihn zu einer Gruppe von Ersthelfern, die neben einem Restaurant Verletzte versorgten", sagte Issam A.-Karim und kehrte zurück an die Front. 

Der Wasserwerfer war im Einsatz und jemand hatte Plastikplanen über die Protestler gespannt. Auch Issam A.-Karim war darunter und machte eine Ansage durch sein mitgebrachtes Megaphon und wurde von einem Wasserwerfer getroffen. Panik brach aus und er half weiter,  Verletzte und vor allem Ältere Personen aus dem Chaos hinaus zu bringen.

"Für mich war es wichtig, dass die Bürger 
in Stuttgart über eine Volksabstimmung 
selbst darüber entscheiden"

Mit vereinten Kräften wurden Tische und Stühle aus dem weg geräumt, die eine Blockade für die in Panik geratene Menschenmenge darstellten. Der Einsatz von CS-Gas hatte viele Menschen getroffen. Mit brennenden Augen irrten Menschen herum, auch Ältere und Schüler waren dabei. Auch hier half er mit, Wasser zu besorgen um die gereizten Augen der verletzten auszuwaschen. 

Dann kletterte er auf einen der freigegebenen und zu fällenden Bäumen hinauf. Sitzend beobachtete er, wie nach Mitternacht Baum für Baum unter dem Protest der Parkschützer und Gegner von S-21 mit großen Maschinen, geschützt von hunderten Polizisten gefällt und gleich gehäckselt wurden. Als einer der letzten Baumbesetzer wurde Issam A.-Karim in den Morgenstunden vom Baum geholt. 

Total durchnässt, übermüdet und am ganzen Körper brennend schleppte er sich nach Hause. "Das war wie im Krieg und völlig unangemessen", erinnert sich Issam A.-Karim.

"Mit Zivilcourage im Sonderzug nach Berlin"

Gemeinsam mit 600 Projektgegnern fuhr Issam A.-Karim am 25. Oktober 2010 mit dem Protest-Kultur-Sonderzug  zur Großkundgebung nach Berlin. Mit Pauken und Trompeten, Gesang und Aktionen wurde der Protest nach Berlin getragen. "Hunderte Unterstützer aus der Hauptstadt empfingen uns damals", sagte Issam A.-Karim.



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